Hausmusik 2015 – Der Wein

Sonntag, 15. März 2015
Das Thema von Dietrich  Konrads diesjährigem regionalgeschichtlichen Vortrag war der Wein: vom Psalm 104

… Aus der Erden gibst du Brot, was man darf zur Leibesnot,
schaffst den Wein zu seiner Zeit, der des Menschen Herz erfreut…

über den Wein und Weinbau in der Bibel bis zum Weinbau im Kirchspiel. Die bekannten Orte: Cossebaude, Merbitz und – ja auch Briesnitz.

Hausmusik-Der Wein erfreue des Menschen Herz 15.03 (13)
Im Pfarrgarten war beinahe noch Winter, an Ernte nicht zu denken. Doch zu Beginn der schönen Veranstaltung brach zum ersten Mal seit Tagen die Sonne durch die Wolken.
Alexandra Skiebe hat mit der Kantorei einen musikalischen Rahmen gebaut. Natürlich Schütz‘ Vertonung des Psalms 104 aus seinen „Psalmen Davids“ und  „Also hat Gott die Welt geliebt“ aus Schütz‘ „Geistlichen Gesängen“. Claudia Müller-Zetzschke und Hagen Kohlhaus hatten Gelegenheit zu zwei schönen Soli.

Hausmusik-Der Wein erfreue des Menschen Herz 15.03 (9)
Endlich durfte der Chor den Lob des Weines (der Herbst) aus Haydns Jahreszeiten schmettern. Juhe, es lebe der Wein.

Hausmusik-Der Wein erfreue des Menschen Herz 15.03 (7)
Blieb im kurzweiligen Vortrag von Dietrich Konrad am Ende noch die Frage, welche Weinmengen denn in der Vergangenheit verzehrt worden sind. Hinweise – wie konnte es anders sein fanden sich bei Goethe. Bei Goethes Besuch des St. Rochus-Fest in Bingen. (Hier zum Nachlesen: Gutenberg). Dort würden die Kinder schon Wein mit der Mutterbrust aufnehmen, die geistlichen Herren hingegen würden 4, durchaus aber auch 8 rheinische Maß in 24 Stunden schaffen…
Wieviel das wohl ist? Die Herren im Tenor und Bass begannen sofort bei Google nachzuschlagen. Zunächst erfolglos.  Deshalb will ich hier nach etwas tieferer Recherche das Ergebnis präsentieren: 8 rheinische Maß sind 16 Flaschen!

Unten die kritische Bewertung der Behauptung…(Ein Text vom Max-Planck-Gymnasium Trier)

Zitat: Es erscheint allerdings unwahrscheinlich, dass jemand acht rheinische Maß = 16 Flaschen Wein in 24 Stunden trinken kann, ohne betrunken zu sein. Der Mainzer Weihbischof Heimes, dem diese Weinpredigt zugeschrieben wird, war zwar ein sehr trinkfester Mann, aber ein eine solche Menge an Wein dürfte er er nicht ohne eine Beeinträchtigung seiner Sinne haben trinken können. Auch dass er dies von sich behauptet hat, dürfte kaum wahr sein; denn er war dazu ein zu ernster und wahrheitsliebender Mann. Vor seinen Zuhörern hätte er sich außerdem mit einer solchen Behauptung nur lächerlich gemacht. Es ist darum anzunehmen, dass man ihm, auch wenn er einmal eine ähnliche Predigt gehalten haben soll, die übertriebene Pointe angedichtet hat. Auch ist eine nachträgliche Verwechselung der Maßeinheiten möglich, dass kein rheinisches Maß, sondern eine kleinere Maßeinheit genannt worden und damit hier zugrunde zu legen ist.

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